Man muss wissen, was man tut

Es begegnet einem immer wieder: Mit Social Media im Allgemeinen und mit Facebook im Speziellen ist es so eine Sache. Soll ich oder soll ich nicht? Vor allem bei den Unternehmen, die bisher von einer Business-Page beim größten sozialen Netzwerk der Welt abgesehen haben, geht nach wie vor die Unsicherheit um. Bringt es mir etwas? In welchem Umfeld bewege ich mich? Und, die über allem stehende Frage: Was passiert mit meinen Daten?

Es muss doch etwas dran sein, wenn wir jeden Abend in den Werbeblöcken zur besten Prime-Time die Facebook-Adressen der großen Konzerne serviert bekommen. Können all die Marketer großer Autohersteller, Kosmetikketten oder Bierbrauer mit globalem Bekanntheitsgrad irren? Wieder diese Unsicherheit.

Social Media - Baustein im Marketing-Mix

Grundsätzlich setzt sich auch im Mittelstand zunehmend die Auffassung durch, dass Social Media als Mosaikstein zum Marketing-Mix gehört. Das hat triftige Gründe.

  • Interessenten und Kunden können mit meinem Unternehmen in direkten Kontakt treten.
  • Mein Unternehmen erhält Aufmerksamkeit, die bestenfalls weiter wächst.
  • Mein Unternehmen bekommt Reaktionen und gewinnt nützliche Erkenntnisse aus der Community.
  • Mit Social Media kann ich anders - spontaner, flexibler und individueller - kommunizieren als auf der eigenen Homepage.

Facebook kann also tatsächlich echte Vorteile im Wettbewerb hervorbringen. Wer möchte dabei schon absteits stehen?

Uneinheitliche (Facebook) Gesellschaft

Was ist mit der Kehrseite der Medaille? Treffe ich mit meinem Unternehmen auf Facebook denn tatsächlich auf ein durchweg seriöses Umfeld? Die Antwort lautet natürlich: NEIN!

Unterstreichen wir das mit einem unappetitlichen Bild, was jedem überzeugten Facebook-Verweigerer üppig Wasser auf die Mühlen zu geben scheint. Den Jugendlichen, der sich im vollgekotzten Abi-Shirt auf Like-Suche begibt und anschließend darüber wundert, dass ihn keine Bank zum Vorstellungsgespräch einlädt, kann es auf Facebook immer wieder geben. In der Regel gehört dieser jemand nicht zu der Gruppe, die ich mit meinem Unternehmen ansprechen möchte, es sei denn, ich verkaufe Abi-Shirts. Aber selbst dann bin ich zu spät, denn derjenige hat seines ja bereits vollge... , naja, Sie wissen schon.

Im Grunde ist es egal, ob sich auf Facebook eine Vielzahl von Leuten tummelt, die für mein Business keine Rolle spielen oder die mit ihrem Auftreten und ihrer Art, sich zu präsentieren und zu produzieren, meinem Geschäft schaden könnten. Natürlich darf man durchaus behaupten, dass man mit einer eigenen Facebook-Page eine gewisse Nähe zu diesen Menschen pflegt, weil sie ja Bestandteile des sozialen Netzwerks sind. Aber würde jemand, der ein Ladengeschäft betreibt, aufhören, sein Schaufenster zu dekorieren, nur weil eines Abends der Abiturient wankend davorsteht und orientierungslos hineinstarrt - im vollge..., Sie wissen schon? Wohl kaum.

Sicher ist, dass mein Unternehmen sich mit einer eigenen Facebook-Seite in einer uneinheitlichen Gesellschaft bewegt, so wie die Gesellschaft als solche uneinheitlich ist. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit umfasst die Facebook-Gesellschaft aber deswegen auch meine Zielgruppen oder zumindest Teilmengen davon. Dafür ist die Community längst zu groß, als dass man dies kategorisch verneinen könnte. Demzufolge ist die Entscheidung für eine Facebook-Page eine Entscheidung dafür, sich meinen Zielgruppen zu präsentieren. Man muss nur einfach wissen, wie.

Social Media vs. Datensicherheit

Wie und was man tut, spielt auch bei der Datensicherheit eine entscheidende Rolle. Niemand, der seriös beraten will, kann und sollte die Hand dafür ins Feuer legen, dass international agierende Social-Media-Unternehmen mit Daten so umgehen, wie man sich das wünschen würde oder wie es der deutsche Gesetzgeber vorschreibt. Wir wollen das keinesfalls bagatellisieren; es ist und bleibt kritikwürdig, wenn meine Daten für unerwünschte Werbung, Erhebungen und Vorratsspeicherung missbraucht oder an Dritte für undurchsichtige Zwecke weitergegeben werden. Daneben ist es unbestritten, dass ich in aller Öffentlichkeit, und dort bewege ich mich im Bereich Social Media nun einmal, mit den Daten umgehe, mit denen ich als Unternehmen ohnehin öffentlich umgehen muss. Alles darüber hinaus wäre unklug.

Auf Facebook rede ich also über das, worüber ich zu anderen Gelegenheiten ebenfalls mit meinen Kunden rede. Ich gebe das preis, was ich über mein Unternehmen preisgeben möchte, weil es über die Punkte reflektiert, von denen ich überzeugt bin: über Qualität, über guten Service und beste Produkte. Ich suche den Kontakt und den Dialog mit denen, mit denen ich mein Unternehmen voranbringen kann: mit Kunden und Mitarbeitern oder solchen, die es werden wollen. Soll ich also oder soll ich nicht?

Informationen zum Autor
Autor: Andreas Gaß
Der Autor arbeitete 13 Jahre als freier Journalist für verschiedene Tageszeitungen. Er studierte Germanistik, Politikwissenschaften und Geschichte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seit 1997 war Gaß, zum Teil selbstständig, für mehrere Unternehmen im digitalen Marketing tätig. Er ist Geschäftsführer der CID Media.

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