Musste man kleine Unternehmen und Ladengeschäfte vor wenigen Jahren vielleicht noch dahingehend beraten, vom E-Commerce lieber die Finger zu lassen, haben sich diese Zeiten rasant schnell geändert. Heute sieht das Ganze völlig anders aus.

E-Commerce, die Herausforderung für lokale Unternehmen

Die Einwände, die vormals möglicherweise dazu geführt haben, dass verantwortungsbewusste Concultants gegenüber bestimmten Unternehmungen eher dazu tendierten, von einem Einstieg in den E-Commerce abzuraten, haben sich natürlich nicht in Luft aufgelöst.

Das Preis-Dumping findet nahezu in jedem Bit und Byte des Internets seinen Niederschlag. Drastisch ausgedrückt. Kleine Händler können gegen die großen Dumper nicht anstinken. Aber müssen sie das überhaupt? Zur Klärung dieser Frage kommen wir später.

Die rechtlichen Angelegenheiten rund um einen eigenen Online-Shop gehören zu den Aufgaben, die nicht nur einmal zu klären sind, sondern um die sich der Betreiber permanent kümmern muss. Gesetzestexte können sich schnell ändern. Und die Abmahner sitzen überall und nirgends. Sich gegen sie zu rüsten, gehört zum Gesamtpaket. Das alles kostet Geld, genauso wie das richtige leistungsfähige Hosting, unverzichtbare Trust Signals, SSL-Zertifikate, Usability-Verbesserungen, Marktplatz- und E-Payment-Anbindungen und so manches mehr.

Zu so manchem mehr kommen natürlich auch die einmaligen Kosten zur Realisierung eines funktionsfähigen modernen Online-Geschäfts. Consultants, Webdesigner, Web-Developer, Schnittstellen-Programmierer – sie alle verdienen daran. Da kommen ganz schnell ein paar Tausend Euro zusammen. Je nach Anforderungskatalog mit einer Menge Luft nach oben. Die Lizenzen für die geeignete Software noch nicht mitgerechnet. Natürlich, die seriöse Planung und die professionelle Umsetzung kosten Zeit und Geld.

Warum aus Einwänden längst Herausforderungen geworden sind

Und dennoch ist die Zeit nun gekommen, auch kleineren Ladengeschäften zu raten, sich mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, ob ihr bisheriges tragfähiges Unternehmenskonzept auch in Zukunft noch tragfähig bleiben wird. Denn der Markt hat sich geändert und mit ihm auch die Rolle des Ladengeschäfts im Markt.

Nicht nur High Events wie zum Beispiel das Weihnachtsgeschäft oder der Black Friday lassen die Online-Shops boomen. Die Hürden für den E-Commerce werden generell immer niedriger. Smartphones finden nicht nur den Weg in fast jede Hosen- oder Jackentasche, sondern mit ihnen auch der Online-Handel den Weg raus aus dem Büro oder dem Arbeitszimmer hinein in den Alltag. Fingertipp hier, Fingertipp da, noch die Kreditkartennummer und fertig. All das wird immer selbstverständlicher. Dabei reden wir in diesem Artikel noch nicht von Artificial Intelligence, Internet of Things und Voice. Könnten wir aber.

Schon aufgrund der angesprochenen fallenden Hürden geht es im heutigen Einzelhandel nun um die Verbesserung der positiven Wechselwirkungen zwischen Ladengeschäft und Online-Handel. Der Betreiber eines lokalen Geschäfts, der heute noch meint, dass ihn die persönliche Beratung vor allen Zeichen der Zeit schon retten wird, sollte sich ernsthaft fragen, ob er mit dieser gewagten Behauptung nicht schon bald nur noch mit Zitronen handelt. Ein sehr guter Online-Shop liefert einen Großteil der Kaufberatung nämlich schon mit. Dabei wird sich der E-Commerce mit technischem Einsatz immer weiter an den Erfolgsfaktoren des stationären Handels orientieren und sich diesem annähern. Der Betreiber eines lokalen Geschäfts sollte sich also viel eher fragen, wie sein zukünftiger Online-Shop auch das leisten und sich mit seinem Laden oder seinen Läden ideal ergänzen kann. Auch auf diese Frage lassen sich schnittige Antworten finden. In Zeiten des rasend schnellen digitalen Fortschritts sehnen sich Verbraucher nämlich geradezu nach persönlicher Ansprache. Es gehört zu den Herausforderungen, dafür, also für einen veränderten zukunftsträchtigen Business Case, der sinnvoll ergänzt, bedient und performt, die geeigneten Lösungen zu entwickeln. Dabei steht E-Commerce steht schon längst ganz im Zeichen der Individualisierung, wobei sich sogar die Grenzen zwischen B2B und B2C erkennbar aufzulösen scheinen.

Fazit: Mittel erweitern, Stärken ausspielen

In Zukunft werden die Unternehmen, die die eigenen Verkaufs-Konzepte und -Kanäle immer wieder auf den Prüfstand heben und sie an das Verhalten ihrer Zielgruppen anpassen, für sich Vorteile verbuchen können. Es ist abenteuerlich bis unmöglich, den E-Commerce dabei als sehr gute Option zur Weiterentwicklung der jeweiligen Bordmittel kleinzureden.

Es geht darum, im Rahmen einer gut funktionierenden Infrastruktur, die die technischen Möglichkeiten und die Ziele des jeweiligen Unternehmens umfassend berücksichtigt, die richtigen Zielgruppen zu optimalen Bedingungen möglichst schnell und ohne Hindernisse erreichen zu können. Es ist also höchste Zeit, die Bedenken von einst als Herausforderungen zu begreifen und sie planvoll anzugehen.

Müssen zukünftige Betreiber von Online-Shops dabei zwangsläufig mit den Großen mitdumpen? Nein, müssen sie nicht. Sie müssen sich unterscheidbar machen. Sie müssen sich abheben. Sie müssen serviceorientiert denken und handeln und mit erweiterten Möglichkeiten und Chancen ihre Stärken betonen und ausspielen. Darum geht’s, nicht zuletzt ihren Kunden.

Informationen zum Autor
Autor: Andreas Gaß
Der Autor arbeitete 13 Jahre als freier Journalist für verschiedene Tageszeitungen. Er studierte Germanistik, Politikwissenschaften und Geschichte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seit 1997 war Gaß, zum Teil selbstständig, für mehrere Unternehmen im digitalen Marketing tätig. Er ist Geschäftsführer der CID Media.

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